Die besten Wege, für die erste Eigentumswohnung zu sparen

Die besten Wege, für die erste Eigentumswohnung zu sparen

Der Weg zum Eigenheim in Deutschland ist nicht so einfach, denn ein gewisses Maß an Eigenkapital ist in jedem Fall notwendig. Für die Gewährung eines Kredits verlangen Banken beispielsweise 20 Prozent der Gesamtkosten an Eigenkapital. Zusätzlich zum Erwerbspreis kommen noch mindestens fünf Prozent Nebenkosten, die ebenfalls zu berücksichtigen sind. Das Eigenkapital eines Kreditnehmers kann aus unterschiedlichen Vermögenswerten bestehen, meist handelt es sich um Ersparnisse. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie für die erste Eigentumswohnung sparen können.

Eigenkapital

Es gibt einen guten Grund, warum rund 20 Prozent Eigenkapital für einen Immobilienkredit notwendig ist. Für das Geldinstitut ist es wichtig, dass das gewährte Darlehen unter dem Marktwert der Immobilie bleibt. Sollte es zu einer Zwangsversteigerung kommen, kann die Bank daher das verliehene Geld zurückbekommen.
Als Eigenkapital lassen sich beispielsweise Spargelder, Wertpapiere, Erbschaften, Erbvorbezüge oder Schenkungen sowie Darlehen von Freunden oder Verwandten verwenden. Beim Sparen auf einen Immobilienkauf gilt es in jedem Fall, möglichst früh damit anzufangen. Gewöhnliche Sparbücher oder Sparkonten bieten allerdings kaum Zinsen und sind für langfristiges Sparen auf Eigenkapital weniger geeignet. Die beliebteste und bekannteste Form des Sparens auf einen späteren Immobilienkauf ist ein Bausparvertrag.

Bausparvertrag

Wenn Sie für die erste Eigentumswohnung sparen möchten, bietet sich der Bausparvertrag an. Hier sind ein Sparplan und ein fest verzinstes Darlehen miteinander kombiniert. Junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren können sich zusätzlich eine staatliche Wohnungsbauprämie sichern. Der Sparplan verlangt es, eine bestimmte Bausparsumme als niedrig verzinstes Sparziel festzulegen. Auf 30 bis 50 Prozent dieser Summe gilt es in monatlichen Raten innerhalb von beispielsweise 10 Jahren anzusparen. Nach Ablauf dieser zehn Jahre kommt der Bausparvertrag in die Zuteilungsphase und das Darlehen für die Baufinanzierung wird ausgezahlt. Danach zahlt der Bausparkunde weitere zehn Jahre zu relativ günstigen Konditionen das Darlehen ab. Vielfach sind die vorher festgelegten Zinssätze viel niedriger als die aktuellen Darlehenszinsen. Diese Form des Sparens ist also besonders jungen Menschen anzuraten, denn sie dürfen das Guthaben nach der Auszahlung auch beliebig verwenden und nicht ausschließlich zum Immobilienkauf.

Tagesgeldkonten, Festgeldanlage und Sparpläne

Andere Formen des Sparens wie Tagesgeldkonten und Sparpläne sind flexibler und es gibt keine Abschlussgebühren wie beim Bausparvertrag. Die Zinssätze für Sparpläne lassen sich bei einigen Anbietern auch flexibel regulieren.

  • Bei einem Tagesgeldkonto gibt es keine Verpflichtung gegenüber der Bank, denn es ist ein gewöhnliches Sparkonto für eine Rücklage mit unbeschränktem Zugriff.
  • Bei einer Festgeldanlage geht eine bestimmte Geldsumme einmalig auf das Festgeldkonto und wird über eine bestimmte gewählte Laufzeit mit höheren Zinssätzen verzinst.
  • Bei einem Sparplan vereinbaren die Sparer mit der Bank eine monatliche Sparrate und es gibt keinen unbeschränkten Zugriff auf das Geld. Vielfach ist auch eine feste Laufzeit festgelegt und eine Kündigungsfrist von drei Monaten ist bei einer vorzeitigen Auflösung einzuhalten.

Wertpapiere

Für die erste Eigentumswohnung sparen lässt sich auch mit Wertpapieren, die sich bei Bedarf auch verkaufen oder verpfänden lassen. Hier gilt es ein sogenanntes Portfolio oder einen Bestand an Werten aufzubauen. Am besten ist es, Geld auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen. Ein Portfolio sollte aus einem Sicherheitsbaustein und einem Renditebaustein bestehen. Der Sicherheitsbaustein ist ein flexibles und sicheres Tagesgeldkonto. Der Renditebaustein besteht aus einem Paket mit Aktien-Indexfonds (ETFs). Je nach Risikotyp unterscheidet man das ausgewogene Portfolio mit Aktien und Tagesgeld zu jeweils 50 Prozent und das offensive Portfolio mit 75 Prozent Aktien und 25 Prozent Tagesgeld.

Erbvorschuss, Schenkung, Privatdarlehen

Reicht die Zeit zum Sparen auf Eigenkapital nicht mehr, besteht auch die Möglichkeit, die Familie um einen Erbvorschuss, einen Erbvorzug oder eine Schenkung zu bitten. Dabei dürfen jedoch nicht die Pflichtteile der anderen Erben verletzt werden. Hier gilt es in jedem Fall einen Vertrag abzuschließen, wo auch der Verwendungszweck festgelegt ist. Überdies gibt es unter bestimmten Umständen Befreiung von der Schenkungs- beziehungsweise Erbschaftssteuer.

Eine weitere Option sind private Darlehen von Freunden oder Verwandten zu tiefen Zinsen oder sogar zinsfrei. Auch hier ist es anzuraten, einen Vertrag über Laufzeit, Zinssatz und Fälligkeit anzufertigen.