Wer eine Eigentumswohnung renoviert, steht schnell vor einer langen Liste an Aufgaben: Wände streichen, Böden erneuern, Decken sanieren, Fliesen setzen. Was dabei oft unterschätzt wird, ist die Frage nach dem richtigen Werkzeug. Das richtige Gerät für die Renovierung einer Eigentumswohnung entscheidet nicht selten darüber, ob eine Arbeit professionell gelingt oder teuer nachgebessert werden muss. Wer beim Werkzeug für die Renovierung der Eigentumswohnung auf das Falsche setzt, verliert Zeit, Geld und Nerven. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, welche Arbeitsmittel in welcher Phase wirklich gefragt sind, wann sich Eigenarbeit lohnt und wann Fachleute oder Mietequipment die sinnvollere Wahl darstellen.
1. Planung: Bestandsaufnahme und Werkzeugbedarf ermitteln
Den Zustand der Wohnung systematisch erfassen
Bevor ein einziges Werkzeug in die Hand genommen wird, steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Eigentümer sollten jeden Raum dokumentieren: Welche Oberflächen sind beschädigt? Gibt es Feuchtigkeitsschäden? Sind Leitungen oder Elektroinstallationen veraltet? Für diese Phase reichen zunächst einfache Mittel: Zollstock, Feuchtigkeitsmessgerät und eine gute Taschenlampe helfen, den Umfang der Renovierung realistisch einzuschätzen.
Eine strukturierte Liste mit Gewerken und ihrem jeweiligen Aufwand ist die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Wer dabei erkennt, dass neben klassischen Malerarbeiten auch Bodenbeläge oder Deckenkonstruktionen erneuert werden müssen, kann frühzeitig abwägen, welche Geräte anzuschaffen oder zu mieten sind.
Kostenrahmen und Eigenleistung abwägen
Die Entscheidung, was selbst gemacht wird und was an Handwerker vergeben wird, hat direkte Auswirkungen auf den Werkzeugbedarf. Eigenleistung lohnt sich vor allem bei Arbeiten, die handwerklich lösbar sind und keine Fachkenntnisse erfordern: Streichen, Tapezieren, einfache Bodenbelagsarbeiten. Für alles, was Sicherheitstechnik, Statik oder Elektrik betrifft, gilt: lieber Fachleute beauftragen und damit auch die Haftungsfrage klären.

2. Grundausstattung: Diese Werkzeuge sollte jeder Eigentümer kennen
Universalwerkzeug für Renovierungsarbeiten
Für die meisten Renovierungsvorhaben in einer Eigentumswohnung ist eine solide Grundausstattung unverzichtbar. Dazu gehören:
- Akkuschrauber mit verschiedenen Bits und Bohrern für Wände, Holz und Metall
- Schlagbohrmaschine für Betonwände und Befestigungsarbeiten
- Wasserwaage und Laser-Nivelliergerät für exakte Ausrichtung
- Flächenspachtel und Zahnspachtel für Untergrundvorbereitung und Fliesenarbeiten
- Malervlies, Abdeckfolien und Kreppband zum Schutz angrenzender Flächen
Wer diese Grundgeräte besitzt, kann den Großteil typischer Renovierungsarbeiten selbst angehen. Für speziellere Aufgaben kommen weitere Geräte hinzu.
Messwerkzeuge und Sicherheitsausrüstung
Professionelles Arbeiten beginnt mit präzisem Messen. Ein digitaler Entfernungsmesser spart gegenüber dem klassischen Maßband viel Zeit, gerade beim Aufmaß für Bodenbeläge oder Fliesenmengen. Mindestens genauso wichtig ist persönliche Schutzausrüstung: Staubschutzmaske (FFP2 oder FFP3), Schutzbrille, Gehörschutz und robuste Arbeitshandschuhe gehören zur Pflichtausstattung, sobald geschliffen, gebohrt oder abgerissen wird.
3. Bodenarbeiten: Das richtige Gerät für jeden Belag
Fliesen, Laminat und Parkett verlegen
Bodenbelagsarbeiten zählen zu den häufigsten Renovierungsmaßnahmen in Eigentumswohnungen. Für das Verlegen von Fliesen braucht es neben Fliesenschneider oder Winkelschleifer mit Diamantscheibe auch eine Kreissäge für Anpassungsschnitte, einen Rührquirl für Fliesenkleber sowie Nivelliersysteme, die für ein fugengenaues Ergebnis sorgen. Laminat und Parkett hingegen lassen sich mit einer Stichsäge und einem Schlagblock meist ohne großen Maschinenaufwand verlegen.
Unterschätzt wird häufig die Untergrundvorbereitung: Alte Böden müssen geschliffen, Unebenheiten ausgeglichen werden. Für größere Flächen ist ein Einscheibenmaschinen-Schleifer oder ein Exzenterschleifer deutlich effizienter als Handschleifpapier.
Parkett schleifen und versiegeln
Das Abschleifen und Neuversiegeln von Parkettböden ist eine der anspruchsvolleren Eigenleistungen. Hier ist ein Parkettschleifer fast unumgänglich, denn nur damit lässt sich die alte Versiegelung gleichmäßig abtragen. Solche Geräte werden üblicherweise tageweise gemietet, da ein Kauf für den einmaligen Einsatz wirtschaftlich kaum sinnvoll ist.
4. Wände und Decken: Streichen, Spachteln, Tapezieren
Untergrundvorbereitung und Spachtelarbeiten
Glatte Wände sind die Grundvoraussetzung für ein ansprechendes Malergebnis. Risse werden mit Füllspachtel geschlossen, unebene Flächen mit Feinputz oder Spachtelmasse ausgeglichen. Ein Rührquirl mit passendem Aufsatz spart dabei erheblich Zeit gegenüber dem manuellen Anrühren. Größere Schäden sollten mit einem Schleifgitter und anschließendem Tiefengrund vorbehandelt werden.
Wer Tapeten entfernt, greift zum Tapetenlöser und einer Tapezierwalze oder zum elektrischen Dampfgerät für hartnäckige Kleisterschichten. Letzteres ist ein Mietgerät, das sich für eine vollständige Wohnungsrenovierung lohnt.
Decken streichen und Akzente setzen
Deckenarbeiten sind körperlich anstrengend und erfordern sichere Standflächen. Für normale Raumhöhen reicht eine stabile Klappleiter mit Ablage. Sobald es jedoch um Stiegenhäuser, Hochparterre-Wohnungen mit erhöhten Decken oder offene Raumkonzepte geht, stoßen einfache Leitern an ihre Grenzen. In solchen Fällen ist Arbeiten auf sicherem, höhenjustiertem Gerät nicht nur komfortabler, sondern auch deutlich sicherer. Für schwer zugängliche Bereiche, etwa bei Dachterrassenwohnungen oder Maisonette-Grundrissen, empfiehlt sich das Mieten geeigneter Hebetechnik. Wer professionelle Arbeitsbühnen Mietstationen in Österreich kennt, kann solche Geräte gezielt für einzelne Projekttage buchen, ohne langfristige Investitionen tätigen zu müssen.
5. Sanitär und Küche: Gerätebedarf bei Modernisierungen
Armaturen, Fliesen und Einbauelemente austauschen
In Küche und Bad stehen bei Renovierungen häufig Armaturen, Silikonfugen und Fliesenspiegel auf dem Plan. Zum Entfernen alter Silikonfugen eignet sich ein Fugenstecher oder ein oszillierendes Multifunktionswerkzeug. Letzteres ist ein vielseitiges Gerät, das mit verschiedenen Aufsätzen auch für Schleif-, Säge- und Fräsarbeiten eingesetzt werden kann.
Für das Verlegen von Badezimmerfliesen gelten die gleichen Anforderungen wie bei Bodenarbeiten: Schneidegerät, Rührquirl, Nivelliersystem. Zusätzlich empfiehlt sich ein Dichtset für Anschlüsse, damit Feuchtigkeit keine Chance hat, hinter die neue Oberfläche zu dringen.
Elektrik und Wasseranschlüsse: Vorsicht bei Eigenleistung
Klare Grenze: Elektrische Leitungen, Sicherungskästen und Wasseranschlüsse gehören grundsätzlich in Fachhand. Eigentümer können zwar Steckdosenrahmen tauschen oder Leuchten wechseln, sobald es jedoch um die Verkabelung selbst geht, sind zugelassene Fachbetriebe vorgeschrieben. Verstöße können im Schadensfall zu Problemen mit der Gebäudeversicherung führen.
6. Häufige Fehler bei der Renovierung einer Eigentumswohnung
Die folgenden Punkte zeigen, welche Fehler Eigentümer beim Werkzeug und der Arbeitsvorbereitung immer wieder machen:
- Falsches Werkzeug für den Untergrund: Ein normaler Bohraufsatz im Akkuschrauber funktioniert nicht für Betonwände; hier ist eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer nötig.
- Schlechte Abdeckung: Wer Böden, Türzargen und Steckdosen nicht ordentlich abklebt, riskiert kostspielige Nacharbeiten durch Farbspritzer.
- Zu schwaches Gerät für große Flächen: Handschleifer für Parkettböden oder kleine Malerpinsel für ganze Wände sind unwirtschaftlich und liefern schlechtere Ergebnisse als Maschinenunterstützung.
- Sicherheitsausrüstung vergessen: Ohne Staubschutz beim Schleifen oder Gehörschutz beim Bohren entstehen langfristige Gesundheitsrisiken.
- Mietgeräte zu spät bestellen: Gerade Spezialgeräte wie Parkettschleifer oder Hebebühnen sind in der Renovierungssaison oft knapp; frühzeitige Reservierung spart Wartezeit.
- Gemeinschaftseigentum nicht berücksichtigen: In einer Eigentümergemeinschaft müssen Maßnahmen, die das Gemeinschaftseigentum betreffen, vorab mit der Eigentümerversammlung abgestimmt werden. Das gilt auch für Arbeiten im Treppenhaus oder an Fassadenelementen.
Praktische Checkliste: Vorbereitung der Renovierung
- Bestandsaufnahme in allen Räumen durchführen und Schäden dokumentieren
- Gewerke auflisten und in Eigenleistung sowie Facharbeiten unterteilen
- Grundausstattung prüfen: Akkuschrauber, Bohrmaschine, Wasserwaage, Schutzausrüstung vorhanden?
- Spezialgeräte identifizieren, die nur für das Projekt benötigt werden, und Mietoptionen recherchieren
- Mietgeräte frühzeitig reservieren, insbesondere Schleifmaschinen, Dampfgeräte oder Hebebühnen
- Abdeckmaterialien und Schutzfolien in ausreichender Menge besorgen
- Reihenfolge der Gewerke festlegen: zuerst Decken und Wände, dann Böden, zuletzt Türen und Sockelleisten
- Entsorgung von Bauschutt und Altmaterial klären: Container oder kommunale Abgabestelle?
- Rücklage für unvorhergesehene Zusatzkosten einplanen, erfahrungsgemäß 10 bis 15 Prozent des Budgets
- Genehmigungspflichten in der Eigentümergemeinschaft vorab abklären, um Konflikte zu vermeiden
