Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht

Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung oder Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung ist nötig für all jene, die Wohnraum vermieten. Dies gilt sowohl für natürliche als auch juristische Personen, also auch für Eigentümergemeinschaften und Besitzer eines unbebauten Grundstücks. In diese Versicherung mit einbezogen sind auch alle Personen, die im Rahmen eines Arbeitsvertrages Tätigkeiten der Reinigung, Beleuchtung, Verwaltung und Gartenpflege verrichten oder unentgeltlich für den Haus- und Grundbesitzer arbeiten.

Für all jene, die in ihren eigenen Häusern wohnen, einzelne Zimmer vermieten oder den Wohnraum als Ferienhaus anbieten, genügt eine private Haftpflichtversicherung. Ist ein Haus noch mitten im Bau, muss eine Bauherrenhaftpflichtversicherung bestehen. Geht es um mehrere Wohnungen auf unterschiedlichen Grundstücken, die vermietet werden, muss für jede Wohnung eine eigene Versicherung bestehen.

Zweck der Versicherung

Grundsätzlich ist eine Haftpflichtversicherung dazu da, die Verpflichtung zum Schadensersatz gegenüber Dritten abzudecken. Diese Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung deckt finanzielle Folgen ab, sollten Dritte von Hausbesitzern Schadenersatz für Personen- oder Sachschäden aufgrund von Verletzung der vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflichten verlangen. Derartige Pflichtverletzungen sind beispielsweise ein schlecht beleuchteter Hauseingang, eine mangelhaft abgesicherte Treppe oder ein von Schnee und Eis bedeckter Gehweg, was zu Verletzungen von Passanten führte. Verlangt ein Passant Schadenersatz vom Haus- und Grundbesitzer, Eigentümer, Mieter, Pächter oder Nutznießer der Immobilie, übernimmt diese Versicherung die Schadenersatzkosten.

Versicherte Schäden

Personenschäden haben eine Verletzung, Gesundheitsschädigung oder den Tod von Menschen zur Folge. Von der Versicherung bezahlt werden unter anderem Heilbehandlungskosten, Krankenhauskosten, Kosten für eine Haushaltshilfe und Schmerzensgeld.
Sachschäden sind Beschädigungen oder Zerstörungen von Dingen. Von der Versicherung gedeckt sind unter anderem Reparaturkosten, Wiederbeschaffungskosten, Renovierungskosten und Wertverlust. Die Entschädigung von Sachwerten beruht auf Zeitwertbasis, da nur die Verpflichtung besteht, den Zustand vor der Beschädigung wiederherzustellen.

Vermögensschäden wie Verdienstausfall, Nutzungsausfall, Gewinnminderung oder -ausfall fallen ebenfalls unter den Versicherungsschutz, wenn sie die Folge eines versicherten Personen- oder Sachschadens sind. Hat ein Geschädigter jedoch mit Schuld am entstandenen Schaden, wird eine Mitschuld angerechnet.

Versicherungsumfang

Inhalt der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung sind

  • das Haus- und Grundstücksrisiko
  • Pflanzen, Bäume und Teiche auf einem Grundstück
  • die Verwendung von Arbeitsgeräten auf einem Grundstück (Rasenmäher, Schneepflug)
  • die gesetzliche Haftpflicht des Eigentümers, welche vertraglich auf den Mieter oder Pächter überging
  • Ansprüche aus der Verletzung von Pflichten, wie Winterdienst, bauliche Instandhaltung, Beleuchtung und Reinigung
  • Schäden durch Bauarbeiten
  • Sachschäden durch häusliche Abwässer im Gebäude
  • Schäden durch Rückstau aus dem Straßenkanal.

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften ist die gesetzliche Haftpflicht aus dem gemeinschaftlichen Eigentum versichert, ebenso jene des Verwalters und Ansprüche eines Wohnungseigentümers sowie gegenseitige Ansprüche von Wohnungseigentümern. Schäden am Gemeinschafts-, Sonder- und Teileigentum sind jedoch ausgeschlossen.

Versicherungsleistung

Die Versicherungsleistung besteht in der Prüfung, ob berechtigte Forderungen bestehen oder nicht (passiver Rechtsschutz) und in der Abwehr von unberechtigten Forderungen, notfalls auch vor Gericht.

Die maximale Entschädigung orientiert sich an der vertraglich vereinbarten Deckungssumme, welche bei mehreren Schäden in einem Versicherungsjahr auf das Doppelte begrenzt ist.