Beispiele zu Grundschuldbestellung und Eintragung

Grundschuldbestellung

Nach Unterzeichnung des Darlehensvertrags übersendet die Bank dem Darlehensnehmer eine Grundchuldbestellungsurkunde mit der Bitte, die Grundschuld bei einem Notar zu bestellen.
Üblicherweise wird in der Grundschuldbestellung ein Passus wie der folgende aufgenommen:

„Der Eigentümer des im Wohnungsgrundbuchs von….eingetragenen Pfandobjekts bestellt zugunsten der…Bank – nachstehend die Gläubigerin genannt – auf dem Pfandobjekt eine Grundschuld von….Euro nebst 15 Prozent Jahreszinsen vom heutigen Tag an sowie einer einmaligen Nebenleistung von fünf Prozent des Grundschuldbetrags. Die Zinsen sind jeweils nachträglich am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres fällig. Das Grundschuldkapital und die sonstige Nebenleistung sind sofort zur Zahlung fällig.“ Die sofortige Fälligkeit der Grundschuld hat nur eine Bedeutung für den Fall, dass der Darlehensnehmer mit der Zahlung von Zins und Tilgung in Verzug geraten. Außerdem zahlt der Darlehensnehmer nur die im Darlehensvertrag vereinbarten Zinsen. Die genannten 15 Prozent Jahreszinsen, sowie die einmalige Nebenleistung von fünf Prozent stellen nur ein Pfandrecht zugunsten der Bank dar. Die Gläubigerbank sichert sich damit dinglich gegen einen extrem starken Zinsanstieg bei der Anschlussfinanzierung oder Verzugszinsen bei Zinsrückständen ab.

Zwangsvollstreckung bei Eigentumswohnungen

Auch die folgende Unterwerfungsklausel jagt Laien möglicherweise nicht nur in sprachlicher Hinsicht Angst und Schrecken ein:

„Wegen des Grundschuldkapitals nebst Zinsen und sonstiger Nebenleistung unterwirft sich der Eigentümer der sofortigen Zwangsvollstreckung aus dieser Urkunde in das belastete Pfandobjekt in der Weise, dass die sofortige Zwangsvollstreckung aus dieser Urkunde gegen den jeweiligen Eigentümer zulässig ist.“ Eine Zwangsversteigerung der Eigentumswohnung kann aber nur erfolgen, wenn die Bank das Darlehen aufgrund von Zins- und Tilgungsrückständen gekündigt hat. Sofern die im Kreditvertrag auferlegten Pflichten, insbesondere die pünktliche Zahlung von Zins und Tilgung erfüllt werden, haben Kreditnehmer nichts zu befürchten. Fast immer wird auch die persönliche Haftungsübernahme verlangt. Beispiel: „Für die Zahlung des Geldbetrags, dessen Höhe der bewilligten Grundschuld (Kapital, Zinsen und sonstige Nebenleistung) entspricht, übernimmt Herr/Frau …die persönliche Haftung, aus der er/sie ohne vorherigen Zwangsvollstreckung in das belastete Pfandobjekt in Anspruch genommen werden kann/können. Er unterwirft/sie unterwerfen sich wegen dieser persönlichen Haftung der Gläubigerin gegenüber der sofortigen Zwangsvollstreckung aus dieser Urkunde in das gesamte Vermögen. Die Gläubigerin kann die persönliche Haftung unabhängig von der Eintragung der Grundschuld und ohne vorherige Zwangsvollstreckung in das belastete Pfandobjekt geltend machen.