Die Holzständerbauweise – Was ist darunter zuverstehen?

Die Holzständerbauweise - Was ist darunter zuverstehen?

Holz hat viele Vorteile als Baumaterial wie extrem hohe Festigkeit, Härte, Stabilität und Umweltfreundlichkeit. Außerdem ist mit Holz ein natürliches, gesundes Raumklima gesichert. Jedoch stehen nicht nur Blockhütten aus Holz zur Auswahl. Neben dem Stein-auf-Stein Massivhaus und einem herkömmlichen Fertighaus gibt es eine weitere Möglichkeit, ein Fertighaus in der sogenannten Holzständerbauweise. Diese Holzständerbauweise bietet viele Vorteile und ist bereits seit Jahrzehnten in Nordamerika sehr beliebt. Jedoch handelt es sich hier im Grunde um eine Weiterentwicklung der in Europa lange bekannten Fachwerk-Bauweise.

Fachwerkbau und Holzständerbauweise

Grundsätzlich handelt es sich beim historischen Fachwerkbau und der Ständer-, Geschoss- oder Gefügebauweise um dasselbe Bauprinzip: Ein gebäudehoher Ständer bildet das tragende System eines Gebäudes. Dieser Ständer reicht also durchgehend von der Schwelle bis zum Dach und bildet gleichzeitig die Basis für die Seitenwände. Varianten dieses Bausystems sind beispielsweise der Rahmenbau, der Skelettbau und der Tafelbau. Die Skelettbauweise sieht dem Ständerbau ähnlich, jedoch sind hier die Abstände zwischen den Ständern größer und die Konstruktion kann aus Stahl sein.

Sobald das Gerüst einer Holzständerkonstruktion steht, können leichte Trennwände zum Ausbau des Gebäudes errichtet werden. Hier kommen meist Holzwerkstoff-Platten, Profil-Bretter oder mit Gipskarton-Platten auf Leichtmetallprofilen zum Einsatz. Das gilt auch dann, wenn anstelle von Holzständern Stahlbeton- oder Mauerwerksbauten verwendet werden. Diese Trennwände oder Leichtbauwände bezeichnet man auch als Trockenbau- oder Montage-Wände. Der Grund ist, dass die Errichtung dieser Wände ohne feuchte Materialien wie etwa Mörtel, Lehm oder Beton erfolgt. Auf jeden Fall ist die gute Isolierung des Holzes gegen Abnutzung durch äußere Einflüsse wichtig.

Vorteil der Holzständerbauweise

Der wesentlichste Vorteil der Holzständerbauweise ist der Zeitfaktor. Eine Stein-auf-Stein-Bauweise verlangt lange Trocknungszeiten, diese fallen bei der Holzständerbauweise für ein Fertighaus weg. Es ist möglich, ein Fertighaus in Holzständerbauweise innerhalb von wenigen Tagen zu errichten. Außerdem sind die Baustoffe deutlich günstiger in der Anschaffung und Anwendung und bieten mehr Freiheit für die individuelle Gestaltung von Räumen.

Holzständerbauweise und Holzrahmenbau

In der Umgangssprache wird der moderne Holzrahmenbau oft mit der Holzständerbauweise gleichgesetzt. Jedoch beruht der Holzrahmenbau eher auf der spätmittelalterlichen Stockwerkbauweise, auch „Rähmbauweise“ genannt. Hier hat jedes Stockwerk eines Hauses sein eigenes Holzgerüstsystem oder „Rähm“.