Möbliert vermieten – Vor- und Nachteile

Möbliert vermieten - Vor- und Nachteile

Besonders in Städten, wo sich Universitäten, Startups und andere Hochschulen befinden, ist möbliert vermieten eine Überlegung wert. Viele Studenten suchen sich lieber eine voll möblierte Wohnung. Dies gilt auch für Leute, die wochentags in einer anderen Stadt als ihrem Wohnort arbeiten und sich keinen zweiten Hausstand anschaffen wollen. Das bedeutet, dass auch in der Nähe von großen, internationalen Firmen die Anmietung von möbliertem Wohnraum gefragt ist. Wer Wohnung möbliert vermieten möchte, sollte sich jedoch gut über alle Vor- und Nachteile informieren. Die Mieter haben den Vorteil, sich nicht auch noch um die Einrichtung des Wohnraums kümmern zu müssen. Jedoch bedeutet das für sie einen höheren Mietpreis. Für die Vermieter gilt es ebenfalls, vor dem möbliert Vermieten Vor- und Nachteile abzuwiegen.

Umfang der Möblierung

Das Gesetz legt nicht genau fest, was möbliert vermieten genau bedeutet und was in eine Wohnungseinrichtung umfassen sollte. Ein Mietvertrag für eine möblierte Wohnung sollte daher eine Inventarliste oder ein Wohnungsübergabeprotokoll enthalten, das alle Einrichtungsgegenstände schriftlich festhält (inklusive Fotos und Skizzen). Üblich ist jedoch, dass folgende Einrichtungsgegenstände unbedingt vorhanden sein sollten:

  • Bett und gegebenenfalls auch Bettwäsche
  • Schrank oder Kommode
  • Tisch
  • Stühle
  • Garderobe
  • Sitzgruppe im Wohnzimmer oder ein Sofa
  • Lampen in allen Räumen
  • Teppich und Gardinen
  • Küche und vollständig funktionsfähige Kücheneinrichtung
  • WC und vollständig funktionsfähiges Badezimmer
  • beziehungsweise zumindest eine Wascheinrichtung

Vorteile für die Vermieter

Höhere Mieteinnahmen

Der wesentlichste Vorteil einer Vermietung von möbliertem Wohnraum sind die höheren Mieteinnahmen durch einen höheren Wohnwert beziehungsweise Nutzwert. Mieten sind durch die Mietpreisbremse rechtlich begrenzt, für möblierten Wohnungen gilt jedoch eine Ausnahme. Das bedeutet, Vermieter von möbliertem Wohnraum dürfen die Miethöhe unabhängig des Preislimits bestimmen. So sind auch Mietpreise von über zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete möglich. Für die Ermittlung des Möblierungszuschlags geht man von einem Wertverlust von 15 Prozent pro Jahr über die Dauer von sieben Jahren aus.

Steuerabzug

Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass sich die Kosten einer möbliert vermieteten Wohnung von der Steuer absetzen lassen. Das ist besonders wichtig bei Ausstattungs- und Reparaturkosten. Diese lassen sich von den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung in der Steuererklärung abziehen. Überdies fallen alle Möbel mit einem Einkaufswert unter 800 Euro netto in voller Höhe unter die Werbungskosten.

Risikominderung

Vorteilhaft ist auch das geringere Risiko von Mietausfall. Denn Berufspendler und Austauschstudenten erhalten oft finanzielle Hilfe für die Mietausgaben von Arbeitgebern oder Heimatuniversitäten.

Befristete Verträge

Temporäres Wohnen gehört zum modernen Lebensstil und ein befristeter Mietvertrag unterliegt strengen gesetzlichen Richtlinien. Das üblicherweise befristete Mietverhältnis für voll möblierten Wohnraum ist auch ein Vorteil für die Vermieter. Es bietet Schutz vor Mietnomaden und auch die Möglichkeit einer Mieterhöhung nach Mieterwechsel. Der Vermieter hat auch mehr Sicherheit, die Wohnung bei Eigenbedarf beziehen zu können.

Nachteile für Vermieter

Höherer Aufwand

Für die Vermieter bedeutet möbliert vermieten Vor- und Nachteile. Bei letzteren ist vor allem der höhere Aufwand zu nennen, nicht nur finanziell, sondern auch hinsichtlich der Verwaltung. Als Vermieter einer möblierten Wohnung ist man für die vollständige Einrichtung des Wohnraums verantwortlich. Das bedeutet für den Vermieter zusätzlichen Aufwand, zunächst für die Anschaffung solider, praktischer, zeitgemäßer und gebrauchsfertiger Möbel.

Instandhaltung

Dazu kommt die Instandhaltung der Einrichtung und die Tatsache, dass immer wieder Mobiliar auch ersetzt werden muss. Der Vermieter einer möblierten Wohnung ist auch für Möblierungsersatz und Reparaturkosten aller Einrichtungsgegenstände verantwortlich, die im Mietvertrag stehen. Es ist bei der Renditenkalkulation im Vorfeld also wichtig, die monatliche Rendite mit den Aufwendungen und zu erwartenden Reparaturen gegenzurechnen. Auch sollte im Zuge der Vermietung bereits der Ersatz für Mobiliar finanziell eingeplant sein. Daher sollte ein Vermieter stets ausrechnen, ob sich die Möblierung von vermietetem Wohnraum auch wirklich lohnt.